Alles über 42,195 km ist ein Ultramarathon. Was für viele unvorstellbar klingt, ist für eine wachsende Zahl von Läufern das nächste große Ziel. Der Reiz: Es geht nicht mehr nur um Tempo, sondern um Ausdauer, Kopf und das Erlebnis. Dieser Guide zeigt, wie der Einstieg gelingt.

Was ist ein Ultramarathon?

Ein Ultra ist jeder Lauf über die Marathondistanz hinaus. Die gängigen Einstiegsdistanzen:

Distanz Charakter
50 km Der klassische Einstieg – „nur“ 8 km mehr als ein Marathon
50 Meilen (80 km) Deutlicher Schritt, erfordert Verpflegungsstrategie
100 km Langstrecke, oft über 10+ Stunden
100 Meilen (160 km) Die Königsdistanz, meist im Gebirge

Dazu kommen Zeitläufe (z. B. „6-Stunden-Lauf“) und Etappenläufe. Für den Einstieg ist die 50-km-Distanz ideal.

Warum ein Ultra anders ist als ein Marathon

Tempo spielt kaum eine Rolle. Die meisten Ultraläufer gehen Anstiege und Verpflegungsstationen bewusst. Das Ziel ist Ankommen, nicht Bestzeit.

Verpflegung wird zur Strategie. Bei einem Lauf über mehrere Stunden musst du essen und trinken – nicht nur Gels, sondern echte Nahrung. Viele Ultras haben Verpflegungsstationen mit Suppe, Brot und Obst.

Der Kopf entscheidet. Bei einem Ultra kommen Tiefpunkte. Wer sie als normalen Teil des Rennens akzeptiert, kommt durch. Mentale Stärke ist wichtiger als ein paar Minuten Tempo.

Die Voraussetzung: Ein solider Marathon

Bevor du einen Ultra angehst, solltest du mindestens einen Marathon gefinisht haben. Der Marathon lehrt dich, wie sich dein Körper bei langer Belastung verhält, wie du Energie aufnimmst und wie du mit Tiefs umgehst. Ohne diese Erfahrung ist der Sprung zu groß.

Die Vorbereitung auf die ersten 50 km

Der wichtigste Unterschied zum Marathontraining: Es geht um Zeit auf den Beinen, nicht um Kilometer im Renntempo.

Die Schlüsselelemente:

  • Lange Läufe nach Zeit: Statt „30 km“ planst du „3,5 Stunden locker“. Back-to-back-Läufe (samstags und sonntags je ein langer Lauf) trainieren die Ermüdungsresistenz besonders gut.
  • Gehen üben: An langen Läufen bewusst Gehpausen einbauen – das wirst du im Rennen brauchen.
  • Verpflegung testen: Im Training echte Nahrung ausprobieren, nicht nur Gels. Was der Magen nach 4 Stunden verträgt, ist sehr individuell.
  • Untergrund anpassen: Viele Ultras führen über Trails. Wer auf Asphalt trainiert, sollte gezielt Gelände einbauen – mehr dazu im Trailrunning-Guide.

Ultras in Deutschland

Deutschland bietet eine wachsende Ultra-Szene. Einsteigerfreundliche und bekannte Rennen:

Alle Termine in der Übersicht Ultra-Marathons in Deutschland.

Fazit

Der Ultramarathon ist weniger eine Frage der Geschwindigkeit als der Geduld, der Planung und des Kopfes. Wer einen Marathon gefinisht hat und Lust auf das nächste Abenteuer verspürt, findet im 50-km-Lauf den idealen Einstieg. Den passenden Termin gibt es im Ultra-Kalender.